Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell (V-A b-2: gestoppte/weitergehende Prozesse)

Es gibt Prozesse, die bei einer Veränderung der Umwelt unmittelbar anders weitergehen (z.B. aus Gehen wird Waten in einer Wasserumwelt). Der ursprüngliche Prozess ist dann gestoppt, aber er ist zugleich integriert in das anders vorangetragene Geschehen, er funktioniert in diesem weiter. Solche Prozesse bezeichnet Gendlin als gestoppt/weitergehend. Derartige Prozesse haben eine Tendenz, sich zu „vervielfachen“, d.h. sie interaffizieren Nachbarprozesse und durch konkretes Geschehen verändern sie die Umwelt, die dann „zurückkommt“ und im Prozess wiederum neue Effekte wachruft. Auf diese Weise „empfindet sich der Organismus kreativ voran“, er wird sensibler für die Gegebenheiten seiner Umwelt, und wenn er etwas hervorbringt, was „trifft“, dann entsteht eine kreative Phase, in der die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Organismus sich adaptiert, steigt. Wird der ursprünglich gestoppte Prozess wieder aufgenommen, so ist es ein anderer, neuer Prozess, das Schema (als das Körperliche in diesem bisher-gestoppten Prozess) hat sich adaptiv verändert.

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