Warum brauchen wir Focusing?

Focusing kommt oft in therapeutischen Settings zur Anwendung. Das ist kein Wunder, denn es entwickelte sich im geistigen Umkreis von Carl Rogers, dem Begründer der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie. Gendlin, der „Erfinder“ von Focusing, war Mitarbeiter von Rogers an der Universität von Chicago. Was viele nicht wissen: Gendlin ist zunächst Philosoph, und erst in zweiter Hinsicht Psychotherapeut. In seinem Denken reicht er weit über das Gebiet der Psychotherapie hinaus. Und so ist auch Focusing eine Methode, die sehr viel mehr Potential hat, als man ihr zunächst ansieht.

Menschen im einundzwanzigsten Jahrhundert leben in komplexen, unübersichtlichen und beschleunigten Lebenswelten. Um sich in einer solchen Umgebung zurecht zu finden, brauchen sie die Fähigkeit, sich immer wieder neu, immer wieder frisch zu orientieren. Focusing ist eine innere Haltung, die dabei helfen kann, im ganz normalen „Chaos des Alltags“ klare und stimmige Schritte zu finden, sich überall dort behutsam voranzutasten, wo es noch kein Standardvorgehen gibt, sich zu erden und auch in den schnellen und undurchschaubaren Abläufen der Postmoderne das zu fühlen, was jetzt gerade wichtig ist.

Falls Sie Focusing kennen: Was meinen Sie? Warum brauchen wir Focusing, auch über den therapeutischen Kontext hinaus? Ich bin offen für Ihre Antworten und freue mich vor allem auf kleine, scheinbar unwichtige oder nebensächliche Gedanken!

 

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