Populismus und Sprache

Interessante These: Das Ziel der Popkultur (und des Populismus) ist die Herstellung von wirkkräftigen Mythen und Bildern.

„Die ‚alte‘, politisch-diskursive und, wenn man so will, ‚museale‘ Ordnung (im Sinne einer verpflichtenden und respektvollen Aufbewahrung der Geschichte) entspricht einer sprachlichen Repräsentation. Alles ‚gilt‘, insofern es zum Text geworden ist. Im politischen Sinne bedeutet das in erster Linie: Programme, Gesetze, Verträge und Verordnungen. Die Populäre Kultur hingegen basiert vor allem auf Bildern – auch das Sprechen (und hier wird viel gesprochen!) dient nicht der Herstellung von Texten, sondern von Bildern. Es handelt sich bei dieser non-sprachlichen Repräsentation (um einen typisch linksliberal elitären Fachausdruck zu bemühen) um einen Sonderfall der Teleosemantik.“

„Trumpismus ist in seiner ersten Phase die Kunst, die politischen Diskurse nach den Regeln der Unterhaltungsindustrie aufzulösen. Es müssen Bilder her, wo Texte waren, es muss Mythos her, wo Geschichte war, es müssen Emotionen her, wo Logik war.“

„Die drei Ziele jeder rechtspopulistischen Bewegung sind:
1. Die Delegitimierung der liberalen, demokratischen Presse des ‚Establishments‘.
2. Die Stärkung der nützlichen und sympathisierenden Medien und Kommunikationswege.
3. Der Aufbau eines eigenen Mediennetzes.“

Gegenthese: Ist das nicht überall so? Enthält nicht z.B. jedes wissenschaftliche Paradigma (im Sinne Kuhns) auch eine tragende Metapher, die alle darauffolgende Kommunikation vorstrukturiert?

Quelle: spiegel.de

Foto: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America – Donald Trump, CC BY-SA 2.0, Link

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