TV-Tipp: Gutes Leben – Ohne Konsum?

Dokumentation über Menschen, die sich für eine ungewöhnliche Wohnform entschieden haben. Die eine Familie wohnt in einer Jurte, die andere in einem Tiny House. Beide bauen ihr eigenes Gemüse an, wollen mit wenig Geld auskommen und versuchen, möglichst autark zu leben. Grundsätzlich finde ich diese Wohnformen sehr interessant… kenne ich das doch selbst aus dem Urlaub, dass ich auf sehr wenigen Quadratmetern wohnen und zufrieden sein kann. Allerdings frage ich mich, ob wir in dieser Bewegung hin zu Unabhändigkeit und Minimalismus nicht einen gesellschaftlichen Trend sehen sollten, der durchaus auch kritisch zu hinterfragen wäre. Eine der Protagonistinnen sagt z.B. am Ende: „Wir haben gesehen, dass wir wirklich was selbermachen können, was selber bewirken können, und dass wir nicht diesen normalen Weg gehen müssen,…“. Ist das nicht ganz ähnlich, wie wenn sich etwa Großbritannien im Brexit dafür entscheidet, aus der EU auszusteigen und einen eigenen, unabhängigen Weg zu gehen?

Mir ist nicht ganz klar: Wo genau liegt der Unterschied, wenn man mal davon absieht, dass es sich einmal um eine Familie und einmal um einen Staat handelt? Geht es nicht beide Male darum, sich aus der Kooperation mit anderen so weit wie möglich zu verabschieden, weil das Eingebundensein zu aufwändig und zu komplex erscheint? Trügt die Idylle und wäre Kooperation in Autonomie im Ganzen gesehen nicht der sinnvollere Weg?

 

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