• Innere Unstimmigkeiten kultivieren

    Was erkenne ich im Selbstdenken, wenn ich das Dranbleiben mit berücksichtige? Dass ich mich nie vollkommen darauf verlassen kann, dass ich Dinge vollständig verstanden habe. Ich habe wirklich nie „ausgelernt“. Es kann immer auch ganz anders sein, als ich denke.…

  • Das Wollen loslassen

    Was erkenne ich im Kontakthalten, wenn ich es aus der Perspektive des Dranbleibens anschaue? Die beiden Begriffe sind sehr ähnlich. Dennoch unterscheiden sie sich auch sehr fein voneinander. Kontakthalten ist stetig, Dranbleiben hingegen ist unstetig. Beides gehört zusammen. Das Kontakthalten…

  • Der Interaktionsprozess als sonderpädagogischer Leitbegriff

    Was unterscheidet sonderpädagogisches Handeln von pädagogischem, psychotherapeutischem oder sozialarbeiterischem Handeln? Eine Antwort auf diese Frage kann lauten: Sonderpädagogik ist eine Metaprofession, die es ermöglicht, gestoppte Interaktionsprozesse im Erziehungsgeschehen in adaptiver Weise fortzusetzen. Die Expertise von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen könnte einer…

  • Behutsam führen

    Was erkenne ich im Verschenken des Hungers, wenn ich es aus Sicht des Kontakthaltens betrachte? Dass der Hunger nicht beliebig ist. Es ist nicht ein alter, unerfüllter Hunger, der aus der Kindheit übrig geblieben ist. Dieser Hunger könnte von meinem…

  • Die eigene Vergangenheit loslassen

    Was erkenne ich im Gespür für eine stimmige Richtung, aus Sicht des Kontakts? Dass die Richtung sich im Außen immer ändern kann. Je nach Situation, die im unmittelbaren Kontakt erkennbar wird. Eine stimmige Richtung ist eine von innen her gefühlte…

  • Widersprüche begrüßen

    Was erkenne ich im Selbst denken, aus Sicht des Kontakts? Dass ich mich immer wieder ablösen muss. Wenn ich in Kontakt bin, heißt das nicht automatisch, dass ich alles, was ich im Kontakt erfahre, auch übernehmen muss. Kontakt heißt nicht…

  • Immerwährender Anfängergeist

    Was erkenne ich im Dranbleiben, aus Sicht des Kontakts? Dass ich an immer anderen Punkten dran bin. Es ist kein stetiges dran bleiben, sondern eines, das hüpft und springt. Das Dranbleiben fragt immer wieder frisch: „Was ist jetzt?“ und „Was…

  • Was ist männliche Intuition?

    Da sein und den Kontakt halten. Es immer wieder neu und immer wieder anders versuchen: Dran bleiben. Wissen, was ich will und was nicht: Selbst denken. Ein Gespür für eine stimmige Richtung entwickeln (statt „nur“ explizite Ziele zu setzen). Meinen…

  • Die Zerbrechlichkeit der Normalität

    Ich laufe morgens durch die Straßen des Nachbarstädtchens. Bin auf dem Weg zum Optiker, um meine Augen vermessen zu lassen. Mit einer Freundin spiele ich das Spiel (per Whatsapp): Was macht Dein Leben lebenswert? Was ich in diesem Moment denke,…

  • Focusing und Handwerk

    Es ist morgens, kurz vor 8. Direkt neben meiner Wohnung wird gerade ein Dach renoviert. Der Handwerker, der gleich mit seinem Tagwerk beginnen wird, steht auf dem Gerüst und zündet sich eine Zigarette an. Er lehnt sich entspannt auf die…

  • The Great Giana Sisters

    So in etwa fühlt es sich an, wenn man erwachsen wird, sein Potenzial entfaltet und zur vollen Blüte gelangt. Das Computerspiel Giana Sisters ist ein Klassiker unter den C64-Spielen. Damals waren die technischen Möglichkeiten noch relativ begrenzt. Dennoch haben die…

  • Ein Sanduhr-Modell (theory for everything, revisited)

    Vor einigen Jahren habe ich mal eine grobe, noch völlig unausgegorene theory for everything aufgemalt, naiv und unbedacht. Heute, geschult in Prozessdenken, kann ich das, was ich damals im Sinn hatte, vereinfachter und präziser formulieren. Folgende Grafik fasst das (für…

  • Kommunikationsübung: Raum zwischen uns

    Bei einem Improtheaterworkshop mit Klaus Katscher habe ich eine Übung kennen gelernt, die folgende Struktur hat: Zwei Personen (A und B) spielen, der Rest der Gruppe ist Publikum. A sagt: „Ich bin hier und du bist da, und das ist…

  • Klack: Es passt einfach

    Ich habe seit gestern einen alten Schrank in meiner Wohnung stehen. Mich fasziniert, dass er in die Tiefe der Zeit hinabreicht – die Menschen, die den Schrank gebaut und bemalt haben, leben nicht mehr, er kommt aus einer lange vergangenen…

  • Achtsamkeitsübung: „10er-Karte“

    Stellen Sie sich vor, Sie könnten 10 mal direkt hintereinander herausfinden, wie es Ihnen gerade geht. Wie bei einer 10er-Karte wird bei jedem Durchgang ein Streifen abgerissen. Achten Sie also zehn Mal hintereinander auf ihre körperlichen Empfindungen, innere Bilder, Gedanken…

  • Ein stabiler Rhythmus ist die Basis für Improvisation

    Ein Rhythmus ergibt sich immer da, wo Prozesse gestoppt sind – ein Ereignis kommt dazwischen und das, was eigentlich impliziert wäre, kann dann nicht so geschehen, wie es eigentlich „vorgesehen“ war. Der Prozess ändert in so einer Situation manchmal seinen…

  • Kernmodell der Adaptivität

    Ausgangspunkt des Kern-Modells der Adaptivität ist Gendlins Prozess-Modell, Kapitel V. Hier werden auf Basis der Grundmetapher „Prozess“ detailliert mehrere Wege der adaptiven Veränderung beschrieben. Unter Adaption verstehe ich die kreative Anpassung eines Organismus (oder eines Systems) an widrige Umstände. Widrige…