Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (IV-A b – Ein gesamtes Implizieren)

Zusammenfassung: Wenn ein gestoppter (Teil-) Prozess wieder aufgenommen wird, wird die Fortsetzung der Rest-Sequenz wieder vom „Großen Ganzen“ impliziert. Es ist dann nicht mehr der einzelne (Teil-) Prozess, der impliziert, da es diesen als solchen nach der Wiederaufnahme gar nicht mehr gibt. Es gibt nur ein gesamtes Implizieren.

Offene Frage (für mich): Bezieht sich Gendlin hier auch auf Systeme (etwa zwei Körper, die in einem Gesamtprozess zusammenwirken, wie z.B. der Körper eines Lamms und dessen Mutter)?

5 Gedanken zu „Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (IV-A b – Ein gesamtes Implizieren)

  1. Pingback: Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell | Dr. Tony Hofmann

  2. Gerhard Lukits Antworten

    Sehr geehrter Herr Hofmann,
    zuerst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre hilfreichen Zusammenfassungen!
    Was ihre Frage betrifft, würde ich annäherungsweise für „Einzel-Körper“ dasselbe sagen wie für Teilprozesse: Nur aufgrund ihrer jeweiligen gestoppten Prozesse werden Einzelkörper voneinander unterscheidbar. Solange es überhaupt keinen gestoppten Prozess gäbe, wäre alles Leben in einem Gesamtprozess untrennbar verbunden und es gäbe daher keine „Einzelkörper“, kein Individuum. Solange es bei/zwischen Lamm und Schafmutter keinen gestoppten Prozess gibt, bilden sie einen einzigen Prozess bzw. einen einzigen Körper, wie auch Sie andeuten.
    Kann das so stimmen? mfg

  3. Tony Autor des BeitragesAntworten

    Lieber Herr Lukits,

    danke für Ihre Gedanken! Ja, so wie Sie verstehe ich das auch. Das ist gut auf den Punkt gebracht. Ich bin mir allerdings trotzdem unsicher, ob man das so sagen kann, weil ich mal mit Donata Schoeller (eine der beiden Übersetzerinnen des PM) ein Gespräch hatte, in dem sie betonte, dass es wichtig sei, immer vom eigenen Körper her zu denken. Wenn das so stimmt (und wenn ich Donata richtig verstanden habe) können wir eigentlich ganze Systeme nie in den Blick nehmen, wenn wir Modelle bauen. Weil wir dann das Wesentliche des Prozessdenkens (das Implizite, Intrikate,…, das nur vom eigenen Körper kommen kann) gerade verlieren würden.

    Viele Grüße
    Tony Hofmann

  4. Karl Lindenbauer Antworten

    Lieber Herr Hofmann,
    auch von meiner Seite herzlichen Dank für ihr Projekt, es ist sehr hilfreich und bereichernd für die Beschäftigung mit dem PM. Zur obigen Frage würde ich meinen, dass uns durchaus größere Systeme zugänglich sind. Ein Felt Sense ist ja auch ein Symbol für die ganze Situation, also etwas über den einzelnen Körper hinausgehendes. Das widerspricht aber nicht D. Schöller, da man trotzdem vom eigenen Körper ausgeht – immer ausgehen muss.
    Liebe Grüße Karl Lindenbauer

  5. Tony Autor des BeitragesAntworten

    Lieber Herr Lindenbauer,
    vielen Dank für Ihren Kommentar!
    Ja,… das macht total Sinn, was Sie schreiben. Klar, der Felt Sense kann ja ohnehin als „interaction first“ gedacht werden,… insofern IST der Felt Sense zugleich auch das System. Ja,… gefällt mir gut, der Gedanke! Danke!

    Liebe Grüße
    Tony Hofmann

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