Buchempfehlung: Mein Jahr draußen (Robert McCrum)

„Ich lese gerade eine billige Penguin-Ausgabe der Selbstbetrachtungen von Marcus Aurelius (von Größe und Gewicht her ideal, um einhändig zu lesen) und fand heute diese Stelle: ‚Die Dauer des menschlichen Lebens ist ein Augenblick, das Wesen ein beständiger Strom, die Empfindung eine dunkle Erscheinung, der Leib eine verwesliche Masse, die Seele ein Kreisel, das Schicksal ein Rätsel, der Ruf etwas Untentschiedenes. Kurz, was den Körper betrifft, ist ein schneller Fluß, was die Seele angeht, Träume und Dunst, das Leben ist ein Krieg, eine Haltestelle für Reisende, der Nachruhm ist Vergessenheit.‘

Ich las das durch einen Schleier von Tränen und mit dem plötzlichen Gefühl, als ob jemand über eine tiefe Schlucht von Zeit und Geschichte hinweg zu mir gesprochen hätte.“

(S. 92)

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