Tagebucheintrag

Kleine Assoziation zum Thema Vertrauen


Es wird sich schon alles irgendwie gut ausgehen.
Sagt man in Süddeutschland. Das ist ein spannender Satz.

Es wird sich gut ausgehen. Sich heißt, es hat eine eigene Dynamik. Es handelt selbst. Es entscheidet selbst, und nicht ich entscheide. Es hat ein Eigenleben. Es wirkt in sich selbst zurück.

Es wird sich gut ausgehen. Es eben. Ich kann nicht genauer benennen, oder definieren, was es eigentlich ist.

Es wird sich gut ausgehen. Wird heißt: jetzt noch nicht. Okay, ich erkenne an, dass es jetzt noch nicht gut ist. Aber in der Zukunft wird es das sein.

Es wird sich gut ausgehen. Im gut steckt ein Atemzug. Etwas Offenes. Wie eine breite, sonnige Wiese, die sich hinter einem engen Tal öffnet.

Es wird sich gut ausgehen. Aus-gehen. Am Ende brauche ich nicht mehr zu gehen. Es geht sich aus. Meine Schritte werden langsamer und langsamer und irgendwann kann ich stehen bleiben und mich umschauen. Es findet zu einem natürlichen Ende, an dem ich mich hinsetzen kann. In die Sonne. Aufs Gras. Auf der Wiese.

Es wird sich irgendwie gut ausgehen. Irgendwie eben. Keine Ahnung, wie genau. Irgend-wie. Wichtiger als das wie im irgendwie ist das irgend. Die Wege des irgendwie sind unergründlich, aber sie führen wohl am Ende zur grünen Wiese. Irgendwie.

Es wird sich alles gut ausgehen. Alles. Also, hey, ich meine: alles. Alles ist ja echt viel. Es schließt eben alles mit ein. Alles ist kein kleines Denken, sondern es umfasst eben alles. Und jeden. Und alle Dinge. Und die Tiere. Und die Pflanzen. Und eigentlich den ganzen Kosmos.

Es wird sich schon gut ausgehen. Schon. Nicht erst in hunderten von Jahren, sondern schon. Also: Das alles wird vielleicht schon früher eintreffen, als ich eigentlich erwartet habe. Das schon ist das i-Tüpfelchen auf dem Satz.

Es wird sich schon alles irgendwie gut ausgehen.

Nicht schlecht, der Satz. 🙂

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