Thinking at the Edge (TAE) ist eine systematische Methode der Theoriebildung, die auf den Prinzipien des Focusing aufbaut (Gendlin 2004). Mit vierzehn klar strukturierten Schritten ermöglicht TAE einen Weg vom unmittelbaren, oft noch unartikulierten Erleben (felt sense) hin zu präzisen, sprachlich gefassten Konzepten. Dieser Prozess verbindet persönliches Erleben mit wissenschaftlicher Reflexion und entspricht damit in besonderer Weise auch dem Anliegen der personzentrierten Psychotherapie und Beratung nach Carl Rogers: der Integration von subjektiver Erfahrung und intersubjektiver Verständigung. Im vorliegenden Artikel wird gezeigt, wie TAE als methodische Grundlage genutzt wurde, um einen individuelle Erlebensprozess – hier konkret zu den Themen Polyvagal-Theorie, Emotionspsychologie und neurologische Zustände des Nervensystems – in ein theoretisch anschlussfähiges Modell zu überführen.
Hofmann, T. & Wahl, A. (2026). Innere Verletzlichkeit als Ressource – Thinking at the Edge als personzentrierter Weg der Theorieentwicklung. Gesprächspsychotheraie und personzentrierte Beratung, 3/2026, 7-11.
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