Tagebucheintrag

Herbstkreativität

Irgendwie auch gut: im Juli spüre ich (wetterbedingt) Herbstruhe. Herr, es ist Zeit. Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren und auf den Fluren lass die Winde los. Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein und so weiter.

In herbstlicher Atmosphäre lässt es sich leichter kreativ sein, scheint mir. Außen wird es kälter und nass, drinnen bleibt es warm. Aber der Unterschied zwischen drinnen und draußen ist noch nicht so groß, dass man in einen Winterschlaf verfällt. Und man riecht die Welt wieder, verbindet sich dabei mit der Erde, der Natur, dem Urgrund.

Es ist der Zustand, den Hermann Hesse mal irgendwo mal mit dem Bild eines verwelkenden Blumenstraußes beschrieben hat. Das letzte Aufbäumen vor dem Tode, voll, dicht, reich. Ein goldenes Leuchten oder Glühen von innen her. Anders als der Zauber, der jedem neuen Anfang innewohnt, ist die Herbstkreativität die Ernte der gesäten Früchte. Sie braucht nicht mehr die Kraft, die den Boden durchbricht, empordringt, sich durchkämpfen muss, sondern kann langsam, leicht und genüsslich Schritt für Schritt einfach einsammeln, pflücken, was schon da ist. Und daraus etwas Neues, Edles erschaffen.

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