• Nur Kommunikation kann kommunizieren (Luhmann)

    Luhmann sagt ja etwas provokativ, dass Menschen nicht kommunizieren können. Nur die Kommunikation selbst kommuniziert. Das ist eine etwas abgefahrene Sichtweise. Aber sie scheint mir durchaus schlüssig. Denn jeder von uns hat das doch schon oft selbst erlebt: man sagt…

  • Gendlin = Luhmann + X

    Gendlin: „“The past“ which now participates in shaping the present is not what happened long ago, but a past that functions in this present. The unseparated many are in interaction first, and only then specifiable one by one. What each…

  • Homöostase = Stillstand = Tod

    Luhmann schreibt davon, dass Systeme ihre Elemente selbst erzeugen, und nicht umgekehrt, dass die Elemente die Systeme erzeugen. Das ist der Gedanke der Autopoiesis. Gendlin schreibt davon, dass Objekte nur dadurch entstehen, dass ein Lebensprozess unterbrochen ist, der sich „gerne“…

  • Der Mensch wird am Du zum Ich. (Martin Buber)

    Ich glaube, der Mensch kann auf zwei Arten am Du zum Ich werden. Ich nenne sie: Reibung und Wachsen. Reibung bedeutet: ich bin in Kontakt mit meinem Gegenüber. Ich denke nach über die Gedanken, die er oder sie mir schenkt.…

  • Sorge muss mit der Zeit rechnen

    „Wenn die Zeitlichkeit den ursprünglichen Seinssinn des Daseins ausmacht, es diesem Seienden aber in seinem Sein um dieses selbst geht, dann muß die Sorge „Zeit“ brauchen und sonach mit „der Zeit“ rechnen. Die Zeitlichkeit des Daseins bildet „Zeitrechnung“ aus. Die…

  • Original Gendlin

    Gendlin macht irgendwie so lustige Sätze. Zum Beispiel: „‚they‘ are interaffecting each other before they are they.“ Ist doch lustig. Da gibt es zwei Lebewesen. Menschen zum Beispiel. Prozesse. Wie auch immer. Und die beeinflussen sich schon, bevor sie sie…

  • Meditieren = Sein

    Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Einfach sitzen. Einfach sein. Einfach da sein. Mehr nicht. Körperlich. Atmen. Selbst diese Worte, die ich hier aufschreibe, sind zu viel. Kompliziert wird es erst, wenn ich beginne, übers Meditieren nachzudenken. Deshalb sollte…

  • Doch keine Einbahnstraße?

    Gendlin schreibt weiter: „Implying is never just equal to occurring. Therefore implying is not an occurring that has ’not yet‘ occurred. It is not an occurring in a different position on a time line.“ Das, was zu einem bestimmten Zeitpunkt…

  • Angemessenes und unangemessenes Verlangen

    „Unangemessenes Verlangen kann zu Kriegen führen; es ist der Motor unserer modernen Gesellschaft, und wenn wir uns unwissentlich von ihm führen lassen, sind wir ihm ausgeliefert. Nur wenige haben jemals innegehalten, um das Verlangen zu untersuchen, es unmittelbar zu spüren…

  • Process is first! (Gendlin)

    Gendlin beschreibt vier Arten von Umwelt. Am spannendsten ist die zweite Art. Körper und Umwelt implizieren einander. Im Grunde genommen sind sie dasselbe. Sie bilden eine Art „Blase“, die in einem weit gefassten Kontext funktioniert. Spannend dabei ist also, dass…

  • Multitasking…

    … ist die bewusste Entscheidung, sich aktiv aus seiner eigenen Mitte zu entfernen. Dieser Satz ist mir vor kurzem begegnet. Den find ich richtig gut. 🙂

  • Faust übersetzt „lógos“

    Geschrieben steht: „im Anfang war das Wort!“ Hier stock’ ich schon! Wer hilft mir weiter fort? Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen, Ich muß es anders übersetzen, Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin. Geschrieben steht: im Anfang…

  • Der Wille zur Schachtel

    „Eine einfache Erwägung zeigt, daß alle Klassifikationen, die der Mensch jemals gemacht hat, willkürlich, künstlich und falsch sind. Aber eine ebenso einfach Erwägung zeigt, daß diese Klassifikationen nützlich und unentbehrlich und vor allem unvermeidlich sind, weil sie einer eingeborenen Tendenz…

  • Die Welt als durchgängiger Traum

    „Das Leben und die Träume sind Blätter eines und des nämlichen Buches. Das Lesen im Zusammenhang heißt wirkliches Leben. Wann aber die jedesmalige Lesestunde (der Tag) zu Ende und die Erholungszeit gekommen ist, so blättern wir oft noch müßig und…

  • Embodiment bei Schopenhauer (und noch mehr als das)

    „Zeit und Raum werden nicht bloß jedes für sich von der Materie vorausgesetzt; sondern eine Vereinigung Beider macht ihr Wesen aus, eben weil dieses, wie gezeigt, im Wirken, in der Kausalität, besteht. (…) Das subjektive Korrelat der Materie oder der…

  • Der „stream of things“

    Bei Facebook gibt es seit Neuestem die Chronik, in der alle Ereignisse, die ein Benutzer seit seiner Geburt eingetragen hat, auf einem säuberlich-übersichtlichen Zeitstrahl abgetragen werden. Im Grunde genommen ist das nur eine konsequente Erweiterung der Funktion, die die jeweils…

  • Buddhismus und Quantenphysik

    >>Tatächlich gibt es nur eine vollständige, ungeteilte, ganze Welt und nichts anderes. Nur unsere gedanklichen Überlegungen haben uns dazu geführt, daß wir von der Geist-Welt sprechen, wie wenn sie eine realere Welt wäre als die Welt der Sinne, oder umgekehrt…

  • Vorsätze fürs neue Jahr

    Eine Mitarbeiterin der Vaihinger Kreiszeitung hat mich um ein kleines Interview für die Jugendseite zum Thema „Vorsätze“ gebeten. Das Interview kann hier heruntergeladen und nachgelesen werden.

  • Grenzen der Erkenntnis? (Zitat)

    „Bei der Beurteilung von Ideen darf man nicht vergessen, dass das Beharren auf Nüchternheit und Klarheit der Sentimentalität entspringt und die verwirrende Vielschichtigkeit der Tatsachen vernebelt. Das Beharren auf Klarheit um jeden Preis beruht auf einer abergläubischen Vorstellung davon, wie…

  • Was verloren ging und was uns bleibt

     „Auf der Straße spielen Kinder, die einige meiner schwierigsten physikalischen Probleme lösen könnten, weil sie über Formen der Sinneswahrnehmung verfügen, die ich schon lange verloren habe.“ J. Robert Oppenheimer, Vater der Atombombe   Mir scheint, die alten Griechen wussten einerseits…