Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VIII-A f einige kurze Punkte, welche die Bildung des Direkten Referenten veranschaulichen)

Das „Ich“ geht verloren und zugleich entsteht es im Focusing-Prozess neu. So lange wir noch als (das alte) „Ich“ agieren, halten wir an etwas fest, sind noch in einer symbolischen Struktur (d.h. in sozialen Verwicklungen) gefangen. Erst wenn wir die Inhalte loslassen und ein „Symbolisieren ohne zu symbolisieren“ (d.h. lediglich ein ganzheitliches Körperempfinden) zulassen, kann sich etwas grundlegend ändern. Ich als „Ich“ nehme gewissermaßen meine Finger ganz aus dem Spiel. Ich bin also offen für das, was kommen könnte. Dadurch kann etwas entstehen, was es eigentlich noch gar nicht gibt – durch den Akt der Hinwendung zu ihm kann „es“ kommen (Prinzip „von ½ zu 2“). Dieses Gespür ist eine Art von Leitstern, der mich und die Situation als Ganzes voranträgt: Die beste Lösung aus einer „universellen“ Perspektive kann entstehen.

Anerkennen, was ist – halten – warten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.