Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VIII-A b Direkter Referent und gefühlte Veränderung)

Wir leben in kulturellen Räumen, in denen symbolische Handlungen deutliche körperliche Veränderungen hervorrufen können – Symbole reichen bis in den Körper hinein.

Diese kulturelle Strukturierung gibt uns eigentlich Halt, aber die Situationen, in denen wir leben („wie man Dinge tut“) sind in der heutigen Zeit zu komplex geworden. Viele Menschen spüren ein Unbehagen damit, Dinge in einer solch hohen Komplexität einfach so zu tun, wie „man“ das macht. Notwendig ist ein feines Gespür für Stimmigkeit („sense of self“), die es notwendig machen, es auf eine eigene, stimmige Art zu machen, die der Situation angemessen ist.

Veränderung in Kapitel 7: Ich bleibe innerhalb der kulturellen Muster. Sie zeigen, wie Situationen sich fortsetzen können. Es ist klar, wie ich reagiere, wenn ich z.B. beleidigt werde.

Veränderung in Kapitel 8: Es wird ein neuer Raum geöffnet, die über die etablierten Muster drüber steigt und die ganze Situation als Ganzes hält. Ich halte die Situation in meinem Gewahrsein (ähnlich dem Meditieren). Hierdurch wird eine neue Art einer „autonomeren“ Sequenz möglich, die mehr ist, als ein bloßes Reagieren.

Immer mehr Menschen kommen an einen Punkt, an dem sie sich so feinfühlig in Situation befinden, dass etablierte Muster nicht ausreichen, um diese hohe Komplexität adäquat auszudrücken. Eine neue Art von Sequenz wird nötig, die die-Situation-transzendierende Möglichkeiten erschafft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.