Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VIII-A a Einführung)

Veränderung durch ein Vorantragen des größeren Ganzen auf eine stimmige Art und Weise.

Im Gegensatz dazu: Emotionale Veränderung, die „direkt-kreuz-kontextuell“ erfolgt. Durch Emotionen wird das soziale System „stabil“ gehalten. Das System greift wie mit einer emotionalen Hand „in uns hinein“ und erzeugt dort gewissermaßen die stabilisierende Emotion (z.B. den Respekt vor den Heiligen). Hierdurch ist „nur“ eine partielle Veränderung möglich; im Großen ändert sich nichts.

Entscheidend für eine ganzheitliche Veränderung des gesamten Systems ist ein Schritt des Innehaltens und „Pausierens“ von Handlungen, ein Kommenlassen eines körperlich erlebbaren Gespürs für das Stimmige, bei einer einzelnen Person. Diese Stimmigkeit unterscheidet sich von einem „Richtig“, welches im Voraus bestimmbar wäre. Es gibt für diese Art von Weg, der hier entstehen kann, kein Vorbild. Der Beginn dieses Prozesses ist ein „Kommenlassen“, ein „Warten“ auf das Gespür für eine stimmige Lösung. Konfliktpositionen werden dabei aufgelöst, sie werden im Sinne einer integrierenden Synthese (These – Antithese) vorangetragen.

(Offene Frage: Ist es wirklich stimmig für alle relevanten Beteiligten?)

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