Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VII-B c die Ordnung) [Etablierung und Stabilisierung des symbolischen Raums]

Der Vorgang des Kippens wird hier näher aufgeschlüsselt:

1. Wechselseitiges Vorantragen: Das Körperaussehen eines Organismus trägt einen anderen Organismus voran und v.v., siehe Tanz.

2. Alleiniges Vorantragen: Ein Objekt trägt einen Organismus voran, siehe Gesehenes. Hier wird kein zweiter Mensch benötigt. Jedoch machen mehrere Menschen dieselbe Erfahrung, unabhängig voneinander. Dieses (alleinige) Vorantragen ist dann im Alles-durch-Alles eines jeden Organismus mit integriert.

3. Wenn nun andere Menschen einen Menschen dabei beobachten, wie sein Organismus von einem Objekt vorangetragen wird, werden sie auch mit vorangetragen: „Alle wissen, dass die anderen wissen, dass sie wissen.“ Es ist also ein wechselseitiges Beziehungsgeflecht entstanden, eine Stabilisierung ineinander, ein „wir“, in dem die anderen implizit mit vorkommen.

Nach diesem „Kippen“ ist es so, dass gestische Muster alleine vorantragen können, und zwar die Person, die dieses Muster hervorbringt, genauso, wie gleichermaßen die Personen, die sie währenddessen beobachten. Muster sind damit unabhängig geworden vom rein physischen Kontext. Sie können überall und jederzeit gemacht werden, haben dabei auch ihre Bedeutung (sie symbolisieren einen bestimmten Verhaltenskontext) und bekommt dadurch eine Kraft, die stärker ist, als die bloßen Gegebenheiten des Verhaltensraums. Symbolik stabilisiert sich selbst.

 

Ein Gedanke zu „Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VII-B c die Ordnung) [Etablierung und Stabilisierung des symbolischen Raums]

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