Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VII-A j-3 Drei Arten des Allgemeinen)

Etwas Allgemeines ist ein Abstraktum (d.h. unabhängig von Einzelfällen), z.B. Ähnlichkeit.

  1. Vor-Form: „Ausdruck in der Tanzsequenz“. Eine Mustersequenz, die nicht als solches bestehen kann, aber dennoch in verschiedenen Sequenzen funktioniert. Hier ist das Allgemeine nur in ersten Ansätzen vorhanden, es hat sozusagen „noch keine eigene Kraft“.
  2. Zwischen-Form: Etwas Gesehenes, das eigenständig existieren kann (z.B. ein Objekt), ist eine implizite Muster-Sequenz, die zur Anwendung kommt. Es hat sich aber auch hier noch nicht voll herausgebildet. Wie ein „Loch genau in der Mitte“ gibt es bereits ein Potenzial für das Allgemeine, bevor das, was aus dem Potenzial entstehen kann, bereits da ist. Der Organismus agiert mit Objekten, aber er hat noch nicht „verstanden“, welcher Typ oder welche Art von Objekt das ist.
  3. Voll ausgeprägte Form: Ähnlichkeit als solches ist voll da, sie ist expliziert und funktioniert in der Folge auch im Implizieren weiterer Sequenzen mit. Der Organismus hat auf intuitive Weise „verstanden“, dass so eine „Art von Ding“ existiert. Dies kann auch vorsprachlich geschehen, d.h. es geht hier nicht darum, z.B. ein Wort zu finden, das Dinge zu Gruppen klassifiziert. Abstraktion kann hier schon allein in der Art der Verwendung (z.B. von Objekten) verschiedene Arten unterscheiden.

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