Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VI-B 3 b Raum-und-Zeit, die wir haben können)

Klassisches Denkmodell:
Positionaler Raum (Breite x Höhe x Tiefe) und lineare Zeit (Veränderung von Objekten im positionalen Raum). Beides wird von einem externen „Es-“ Beobachter so definiert.

Prozesshaftes Denkmodell:
Erlebter Raum und erlebte Zeit. Beides bildet sich als eine Art von fühbarem, vorantragbarem Möglichkeitsfeld innerhalb einer Verhaltenssequenz heraus; ich bin selbst das Epi-Zentrum, von dem her dieses Möglichkeitsfeld erlebbar wird und sich „vor“ mir auffaltet.

Von großer Relevanz für Pädagogik, Psychotherapie und Beratung! Wir selbst, aber auch Klienten, Kinder und Jugendliche, Schülerinnen und Schüler leben im prozesshaften Denkmodell. Einfühlen in deren Erlebensprozesse, Möglichkeiten und Prozessstopps und nicht weg-abstrahieren davon, wenn wir über Raum und Zeit sprechen.

Ich bin überzeugt davon, dass es für viele Berufsfelder, aber auch für unseren „privaten“ Alltag sehr hilfreich sein kann, Denken-in-Prozessen gezielt zu üben und zu kultivieren. Denken steht dem Fühlen oftmals gegenüber. Das muss aber nicht so sein, es kommt vor allem darauf an, wie man denkt. Es ist möglich, so zu denken, dass das Fühlen das Denken unterstützt und voranträgt. Und auch das Denken kann dem Fühlen eine Ausdrucks- und Entfaltungsmöglichkeit geben. Wenn wir in Prozessen denken, dann findet das Denken zu sich selbst – dann fallen wir nicht mehr aus den Denkprozessen heraus, wir abstrahieren nicht davon weg, sondern wir kommen im Denken nach Hause. Denken und Fühlen stehen einander dann nicht mehr gegenüber. Es ist eine neue Art des Denkens.

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