Eugene T. Gendlin: Ein Prozess-Modell. (VI-B 2 kreuz-kontextuelle Herausbildung [Situation])

Eine Verhaltenssequenz ist impliziert, aber kann nicht geschehen. Stattdessen geschieht eine neue, andere Verhaltenssequenz, die sich im offenen Zyklus bildet, in ihr wirkt die implizierte alte, nicht geschehende Sequenz auch mit. Da wir „ganze“ Lebewesen sind, die immer auch als ganze agieren (Alles-durch-Alles), reichert sich der Organismus auf diese Weise aus sich selbst heraus immer mehr mit Verhaltensmöglichkeiten an.

Eine Situation ist damit ein sich aus dem offenen Zyklus herausbildender Kontext aus möglichen Verhaltenssträngen, ein Implizieren, ein (nicht-cartesianisch, sondern als Potenzial gedachter) Möglichkeitsraum für Verhalten.

Eine Situation im Verhaltensraum ist damit von anderer Qualität, als eine Situation im symbolischen Raum.

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